Geschwindigkeit reduzieren. Auswirkungen…..

„Tempolimit – Innerorts

1957 wurde in der Bundesrepublik Deutschland die Innerortshöchstgeschwindigkeit von 50 km/h eingeführt. Die Erfahrungen mit diesem Tempolimit haben gezeigt, dass Tempo 50 für einen bedeutenden Teil des Straßennetzes weder umfeld- noch umweltverträglich ist. Hinzu kommt, dass diese zulässige Höchstgeschwindigkeit in der Praxis häufig überschritten wird. Eine wichtige Maßnahme der Verkehrsberuhigung und damit der besseren Integration des Verkehrs in die Stadt ist daher die Senkung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit und der tatsächlich gefahrenen Geschwindigkeiten, denn langsamer ist leiser, langsamer (und gleichmäßiger) verringert die Schadstoffemissionen, langsamer ist außerdem sicherer.

Die Einführung von Tempo 30 in Nebenstraßen ist vielerorts zu einer Routineangelegenheit geworden und Tempo-30-Zonen sind im Bewusstsein der Bevölkerung fest verankert. Mit Rücksicht auf die angrenzenden Nutzungen und die Verkehrssicherheit in empfindlichen Abschnitten von Hauptverkehrsstraßen sollte auch hier häufiger die zulässige Geschwindigkeit auf 30 km/h begrenzt werden. In vielen Städten und Gemeinden war die Einrichtung von Tempo-30-Zonen Anlass, die Verkehrssituation insgesamt zu überprüfen und umweltschonende, stadtverträgliche Verkehrskonzepte zu entwickeln. Über die Bedeutung von Straßen für die Stadtökologie, das Stadtbild und die Lebensqualität in Städten und Gemeinden ist grundsätzlich nachgedacht worden. Denn Straßen sind mehr als Fahrbahnen und Parkplätze für die Fahrzeuge des motorisierten Individualverkehrs. Sie sind Kommunikations- und Aufenthaltsraum für die Menschen.

Im Bericht „Planungsempfehlungen für eine umweltentlastende Verkehrsberuhigung” (UBA-Texte 52/2000) hat das Umweltbundesamt Erfahrungen wiedergegeben, die in den vergangenen Jahren mit Tempo 30 gemacht wurden. Der Bericht wendet sich an alle, die mit der Einführung von Tempo 30 befasst sind: an die Kommunalpolitiker und Verkehrsplaner, an direkt Betroffene und diejenigen, die in Bürgerinitiativen und Umweltorganisationen dazu beitragen wollen, ein umweltschonendes Verkehrssystem in Städten und Gemeinden zu fördern. Im Bericht wird ebenfalls auf die Rechtsprechung zu geschwindigkeitsdämpfenden Maßnahmen in Tempo-30-Zonen und den effektiven Einsatz öffentlicher Mittel eingegangen. Die verkehrlichen und städtebaulichen Wirkungen von Umbaumaßnahmen werden beschrieben und Hinweise zu deren Akzeptanz und Kosten gegeben.

Lärm

Lärmbelastung ist ein entscheidendes Kriterium für die Wohnumfeld- und Lebensqualität der Bevölkerung. Tagsüber sind durch Verkehrslärm etwa 31% der Bevölkerung in Deutschland einem Pegel über 60 dB(A) belastet, der in etwa den Grenzwert für schädliche Umwelteinwirkungen durch Straßenverkehrslärm darstellt.

Durch die Einhaltung von Tempo 50 an Hauptverkehrsstraßen lässt sich der Vorbeifahrtpegel um bis zu 5 dB(A) verringern. Die Einführung von Tempo 30-Zonen vermindert den Vorbeifahrtpegel bis zu 5 dB(A) und den Mittelungspegel um bis zu 3 dB(A). Die Ausweisung von Verkehrsberuhigten Bereichen reduziert den Vorbeifahrtpegel um bis zu 6 dB(A) und den Mittelungspegel um bis zu 4 dB(A).

Weitere Möglichkeiten zur Minderung der Geräuschbelastung bestehen in der abschnittsweisen Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit an Haupt- und Verkehrsstraßen auf 30 km/h mit Zeichen Z.274 und der abschnittsweisen / flächenhaften Reduzierung der Geschwindigkeit auf weniger als 30 km/h in verkehrsberuhigten Geschäftsbereichen mit hoher Nutzungsintensität durch die Zeichen Z.274.1 / Z.274.

Schadstoffemission

Die flächendeckende Einführung von Tempo 30 mit Ausnahme der Hauptverkehrsstraßen verändert die Gesamtschadstoffemission des Verkehrs und damit auch die Immission nur gering. Dies resultiert daraus, dass ca. 70 – 80% der innerstädtischen Fahrleistungen und damit auch der Schadstoffemissionen auf den Hauptverkehrsstraßen erbracht werden.

Eine gelungene Verkehrsberuhigung führt zu einer deutlichen Geschwindigkeitsreduktion und einer gleichmäßigen Fahrweise. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, verringern sich die Schadstoffemissionen und der Kraftstoffverbrauch. Erhöhungen des Schadstoffausstoßes können auftreten, sofern die Ausführung der Tempo-30-Maßnahmen weniger erfolgreich war, d.h. die Vergleichmäßigung der Fahrweise und die Verringerung der Geschwindigkeiten nicht erreicht wurde.“

Quelle: umweltbundesamt.de

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3 Antworten zu Geschwindigkeit reduzieren. Auswirkungen…..

  1. frank schaefer schreibt:

    Wenn schon – denn schon verlangen aussergewöhnliche Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Land- als auch Bundesstraßen und auch aussergewöhnliche Maßnahmen der Beschilderung.

    Weswegen nicht so wie hier in Frankreich üblich, LED-blinkende Beschilderung, anstatt sogleich nach einer solchen Maßgabe mit sogn. flankierenden Maßnahmen – sprich statinären Blitzern einherzugehen? – I

    In Ohmenhausen haben wir z.B. gleich zwei stationäre stationäre Blitzer kurz hintereinander – einen für 30 km/h und ein paar hundert Meter dahinter einen für 50 km/h …. welch‘ ein kleines Goldgrübchen, nicht? –
    Ein Schelm, der böses dabei dabei denkt!

    Bei dem ganzen Wust von reflektierenden Verkehrsschildern, ist es durchaus nur allzu menschlich, mitten in einer Ortsdurchfahrt auf 600 Metern auch mal über 30 zu kommen – vor allem nachts, dort wohl es denn eigentlich am allermeisten darum ginge, weniger „Lärm“ zu erzeugen, wobei ich denn mal dahingestellt sein lassen möchte, ob nun ein nächstkleinerer Gang und höhere Motordrehzahlen wirklich emissionsseitig betrachtet wirklich weniger „Lärm“, als auch Schadstoffausstoß verursachen. –
    Eindeutig verursachen höhere Motordrehzahlen bei geringerer Geschwindigkeit ein höheres Mass an Schadstoffen. – Tempo 30 im dritten Gang einzuhalten ist wesentlch schwieriger, als im zweiten Gang – soweit sollte das einleuchten. –

    Schon allein deswegen machen LED-unterstützte Geschwindigkeitsbeschilderungen meiner Meinung nach wesentlich mehr Sinn, als sich hinter Scheinheiligkeiten von Verwaltungsvorschriften und Durchführungsverordnungen zu verstecken.

  2. tempo30 schreibt:

    immer wieder das gleiche Spiel:
    der „Wutbürger“ wütet ohne viel nachzudenken,
    der „Bürger“ den interessierts nicht, wenn´s ihn nicht betrifft
    und die wenigen, die erst lesen, dann nachdeken und sich erst dann äußern, muss man suchen.

    aber hier hat es wohl einige!
    Macht weiter so.

  3. marius schreibt:

    bei der ganzen Diskussion um Ohmenhausen:
    haben die Kommentatoren, die so gegen die 30-er Zone wettern, das gelesen ?
    vermutlich nicht oder der Inhalt ist nicht ganz angekommen:

    „Lärmbelastung ist ein entscheidendes Kriterium für die Wohnumfeld- und Lebensqualität der Bevölkerung. Tagsüber sind durch Verkehrslärm etwa 31% der Bevölkerung in Deutschland einem Pegel über 60 dB(A) belastet, der in etwa den Grenzwert für schädliche Umwelteinwirkungen durch Straßenverkehrslärm darstellt.

    Durch die Einhaltung von Tempo 50 an Hauptverkehrsstraßen lässt sich der Vorbeifahrtpegel um bis zu 5 dB(A) verringern. Die Einführung von Tempo 30-Zonen vermindert den Vorbeifahrtpegel bis zu 5 dB(A) und den Mittelungspegel um bis zu 3 dB(A). Die Ausweisung von Verkehrsberuhigten Bereichen reduziert den Vorbeifahrtpegel um bis zu 6 dB(A) und den Mittelungspegel um bis zu 4 dB(A).“

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