VEP zum „Aktueller Sachstand 04/2011 – Denkmodelle/Szenarien“

kommen wir zum Verkehrsentwicklungsplan zurück.

Wo steht er derzeit im Verfahren?

Das Diagramm der Stadt Reutlingen (GR-Vorlage 11/018/01 vom 30.03.2011, noch nicht behandelt) sieht vor:

im Sachverhalt der Vorlage heißt es:

„Beim Verkehrsentwicklungsplans (VEP) wurde mit dem nächsten Bearbeitungsschritt begonnen: Die Erstellung der Szenarien. Als Grundlage wird der Prognose-Basisfall mit Berücksichtigung des Scheibengipfeltunnels sowie zwei Denkmodelle für die weitere verkehrliche Entwicklung in Reutlingen erarbeitet.
Diese Denkmodelle werden im weiteren zu Szenarien ausformuliert. Szenarien sind Zukunftsbilder von denkbaren Entwicklungen unter verschiedenen angenommenen Voraussetzungen. Es wird also das „Was-wäre-wenn“ unter verschiedenen Vorzeichen durchgespielt.  Mittels der erarbeiteten verkehrlichen Planungsziele werden die Szenarien auf ihre Wirkung geprüft werden. Die gewonnenen Erkenntnisse dienen als Grundlage für das Konsens-Szenario.
Die Planungsziele und Denkmodelle werden von der beauftragten Ingenieurgemeinschaft vorgestellt.“
(Quelle: reutlingen.de)

Unter Punkt 1. lautet der Text weiter:

„Die Verkehrserhebung und Bestandsanalyse im Rahmen des Verkehrsentwicklungsplans wurde im Sommer 2010 abgeschlossen. Die Ist-Situation wurde hinsichtlich Stärken und Schwächen bewertet (GR-DS 10/018/02).
Im aktuellen Bearbeitungsschritt werden zwei strategisch unterschiedliche Denkmodelle aufgezeigt, die im nächsten Bearbeitungsschritt in Szenarien mit schlüssigen Maßnahmenbündeln ausformuliert werden. Es ist beabsichtigt zwei grundsätzlich verschiedene Szenarien gegenüberzustellen, deren Entwicklung jeweils einen „Gegenpol“ einer denkbaren Entwicklung transparent darstellt. Folgende Szenarien werden erstellt:
Szenario 1: Vorrang für den Kfz-Verkehr
Szenario 2: Vorrang für die Umwelt
Anhand dieser Szenarien wird aufgezeigt, wie eine unterschiedliche Ausrichtung der Verkehrssysteme das Verkehrsgeschehen beeinflusst.
Die Wirkungsanalyse der Szenarien soll beitragen, Lösungen für den aufgezeigten Zielkonflikt zu finden. Bei der Wirkungsanalyse werden verkehrliche Wirkungen, Umweltwirkungen und Kosten untersucht und miteinander verglichen. Über die Ergebnisse wird das Gremium wieder informiert.
Die gewonnen Erkenntnisse dienen dann als Grundlage für das Konsens-Szenario. Dieses dient wiederum als Grundlage für die anschließenden integrierten Handlungskonzepte welche abschließend in einem konkreten Maßnahmen- und Programmpaket münden.“

Wo bleibt die Öffentlichkeit?

Richtig, auch dazu macht die Vorlage eine Aussage:

„2.   Öffentlichkeitsbeteiligung
Mobilitätsforum

Am 01. April 2011 fand das 3. Mobilitätsforum statt. In seiner beratenden Funktion kann das Forum mit Vor-Ort-Sachverstand die Planer der Ingenieursgemeinschaft bei der Erstellung der Szenarien unterstützen.

OK, aber was hat den das „Mobilitätsforum“ dazu gesagt? Das interessiert die Öffentlichkeit!
Das bleibt die Vorlage der Stadtverwaltung dem Gemeinderat und der Öffentlichkeit schuldig, keine Aussage!

Weiter im Text:

„Bürgerinformation
Nach Abschluss der Wirkungsanalyse der Szenarien wird der 1. Bürgerinformationstermin zum VEP durchgeführt. Im Rahmen der Veranstaltung sollen die Bürger über die Bestandsdaten und die Bewertung der Analyse informiert werden. Die Bürger haben die Möglichkeit, ihre Anregungen und Hinweise zu den erarbeiteten Szenarien einzubringen. Dies stellt eine weitere Grundlage für die Erarbeitung des Konsens-Szenarios dar. Über die Erkenntnisse wird anschließend im Gremium berichtet.“

bedeutet: erst wenn die Bestandsdaten zu einer Analyse verarbeitet sind, sollen die Bürgern/der Öffentlichkeit mal reinschnuppern können. Dann sollen diese wohl in der bekannten „Stadt Reutlingen Bürgerschnellbeteiligungs-“ Methode in einer halben Stunde mal schnell ein paar Anregungen und Hinweise für die „Konsenz-Szenarios“ in Grüppchen  stichpunktartig auf Papierrollen kritzeln.

Irgendwie wurde da mal von einem anderen Vorgehen gesprochen.
Die Daten der Erhebungen wurden trotz Zusagen nicht veröffentlicht, Einzelmaßnahmen wie Dietwegtrasse und Durchstich Burkhardt und Weber Straße sollen im Hauruckverfahren durchgezogen werden…. usw. usw.

Mal ehrlich: wer bezeichnet einen solchen Vorgang als etwas wo der Bürger als Teil der Stadtgesellschaft  ernst genommen fühlt?

Quellen: Vorlage 11/018/01, Anlage 1 und Anlage 2

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Eine Antwort zu VEP zum „Aktueller Sachstand 04/2011 – Denkmodelle/Szenarien“

  1. Maulli schreibt:

    Danke für die Aufbereitung und Kommentierung und Verlinkung.
    Ich habe die Vorlage auf der Homepage der Stadt Reutlingen nicht gefunden, (die ist nicht für jeden…, vielleicht auch so gewollt).
    Das in Reutlingen ab und zu mal zurückgerudert wird, ist nichts neues, aber warum auf der einen Seite so vehement von Bürgerbeteiligung gesprochen wird, auf der anderen Seite das Gegenteil getan wir, erschließt sich mir net so richtig. Schade.

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