Ilos: Nicht auf den Tunnel warten und »Stadt hat kein Gesamtkonzept«

die Gruppe Verkehr der ILOS (Initiative lebenswerte Oststadt) ist mit einem Pressegespräch in die Öffentlichkeit gegangen. Sie bezeihen sich zwar in erster Linie auf die Oststadt, sagen aber vieles das man auf die gesamte Stadt bzw. zum gesamten Verkehrsentwicklungsplan ausführenen kann (so unterschiedlich sind die Vorgänge nicht).

Ich denke es wär wohl langsam mal sinnvoll, wenn sich alle interessierte Menschen mal zusammen tun würden, egal ob Initiativen, Vereine, Gruppen oder Einzelpersonen, die sich mit dem Verkehrsplanungchaos in Reutlingen auseinander setzen.

Nun zu den beiden Berichten:

Reutlinger Nachrichten am 12.07.2011:

Ilos: Nicht auf den Tunnel warten

Reutlingen.  Die „Wirkungsanalyse des Verkehrskonzeptes Entlastungswirkungen des Scheibengipfeltunnels“ greift nach Überzeugung von Ilos-Vertretern zu kurz, wie sie gestern bei einem Pressegespräch deutlich machten.

Die Bewohner der Oststadt wollen sich nicht vertrösten lassen, bis der Scheibengipfeltunnel 2017 in Betrieb geht. Schon jetzt gelte es, mit gezielten Schritten die negativen Begleiterscheinungen des motorisierten Individualverkehrs in diesem Stadtquartier zu verringern. Dies stellten Rosemarie Herrmann, Dieter Janz, Günter Schulte und Rüdiger Weckmann von der Initiative lebenswerte Oststadt (Ilos) gestern in ihrer Stellungnahme zur Wirkungsanalyse des Verkehrskonzepts „Entlastungswirkung des Scheibengipfeltunnels“ klar.

Die in dieser Sitzung vom Verkehrsplaner vorgestellten Zahlen hatten damals für Unmut unter den Räten gesorgt. Huber-Erler hatte prognostiziert, dass sich nach Fertigstellung des Scheibengipfeltunnels die Zahl der Fahrzeuge in der Oststadt nur von 21 600 auf 18 800 am Tag verringern würde. Eine Untersuchung aus den 1990er Jahren hatte noch einen Rückgang der Belastung von 27 900 auf 8600 Fahrzeuge täglich vorhergesagt…..

….Die von Huber-Erler erarbeitete Wirkungsanalyse hat nach Überzeugung der vier Ilos-Mitglieder zwei gravierende Schwächen: So wurden weder die zum 1. März in der Oststadt umgesetzte Parkraumbewirtschaftung noch die Auswirkungen der geplanten Regionalstadtbahn auf den Verkehr in der Oststadt miteingerechnet. Der Analyse liege daher kein Verkehrskonzept zugrunde, sie zeige nur die Folgen der verschiedenen Verkehrsführungskonzepte von mobilem Individualverkehr und Lastwagenverkehr auf, bemängelt Ilos. Ein Verkehrskonzept müsse sich auch damit auseinander setzen, wie sich Verkehr vermeiden oder verlagern lasse……

…..Auch mit der Verlagerung der KfZ-Zulassungsstelle des Kreises aus der Oststadt heraus und dem Ausbau des ÖPNV ließe sich der Individualverkehr in der Oststadt weiter reduzieren, betonte Herrmann……

…..Pläne für ein Parkhaus auf dem von der Polizei genutzten Parkplatz lehnt die Initiative hingegen ab: „Die Oststadt braucht keine neuen Parkplätze“, sagt Schulte. Der Beteiligungsprozess mit den Bürgern müsse endlich weitergehen, fordern die Ilos-Mitglieder. Und sie beklagen, dass es noch keine konkreten Termine gebe…….

den ganzen Text kann hier gelesen werden…..

 

Der GEA titelt am selben tag mit:

Stückwerk: Ilos kritisiert Verkehrsuntersuchung zu Scheibengipfeltunnel und Oststadt

»Stadt hat kein Gesamtkonzept«

Von Andrea Glitz

REUTLINGEN. Die Initiative lebenswerte Oststadt, kurz Ilos, lässt kein gutes Haar an der Verkehrsuntersuchung zum Thema Scheibengipfeltunnel und Oststadt, das die Stadt im April vorgelegt hat. In einer Pressekonferenz präzisierten Günter Schulte, Dieter Janz, Rüdiger Weckmann und Rosemarie Herrmann, allesamt Mitglieder der Arbeitsgruppe Verkehr bei Ilos, ihre Kritik an der Wirkungsanalyse des extern beauftragten Ingenieurs Dr. Ralf Huber-Erler…….

……Ein paar Zahlen im Computer?
Überhaupt habe der Ingenieur kein Konzept vorgelegt, er analysiere nur die Verkehrsströme, urteilt Schulte und die Kollegen mutmaßen: »Der hat halt ein paar Zahlen in den Computer eingegeben.« Unverständlich ist den Ilos-Vertretern, was bei der Vorstellung auch von Gemeinderatsmitgliedern kritisiert worden war: dass die Auswirkungen der Parkraumbewirtschaftung in den Planspielen nicht berücksichtigt wurden. Die Untersuchung ist letztlich nichts weiter als Baustein in einem »Stückwerk«, für das das Rathaus die Verantwortung trage. »Es fehlt der Stadt an einem Gesamtkonzept für den Verkehr«, urteilt Herrmann. Dabei geht’s nicht nur um Lebensqualität, sondern auch ganz konkret um Schadstoff-Grenzwerte. So sollen Städte mit erhöhter Feinstaubbelastung zur Kasse gebeten werden können. »Wir kommen um die Minimierung des Autoverkehrs nicht herum«, betont Herrmann. Dabei dürfe man nicht auf die – ohnehin umstrittene – Wirkung des Scheibengipfeltunnels warten. …

….Ob alle in der Stadt an einem Strang ziehen, ist offen. Ilos sieht Ungereimtheiten. Warum ist ein Parkhaus auf dem Parkplatz der Polizei angedacht, fragt sich Günter Schulte. ….

….Nicht zuletzt ist der Initiative wichtig, dass die auf dem Reutlinger Rathaus so viel beschworene Bürgerbeteiligung weitergeht. Oder haben zwei »Chaosveranstaltungen«, wie die Ilos-Vertreter sie selbst nennen, die Lust der Stadtverwaltung auf beteiligte Bürger minimiert?

Seitdem tue sich jedenfalls nichts mehr, und Günter Schulte vermutet, dass das Abwarten wohl »einschläfernde Wirkung« aufs Bürgerengagement haben solle…..

der gesamte Text ist hier abrufbar……

als Fazit kann man festhalten:

wichtig wird es sein, das alle Interessierte eine wirkliche und umfassende Bürgerbeteiligung bei einem derart komplexen Thema wie Verkehrsentwicklungsplanung, sei es in Teilabschnitten, wie auch für die Gesamtstadt, vehement eingefordert wird und  die Stadtverwaltung und den Gemeinderat hierzu unter Druck gesetzt wird.

Von alleine kommt sie bestimmt nicht!!!

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