noch eine Antwort auf abgeordnetenwatch.de zur Dietwegtrasse:

es ist schon erstaulich, da wird hier im Blog angemerkt, das manche Bundespolitker nicht in einem angemessenen Zeitraum auf Bürgeranfragen in abgeordnetenwatch.de antworten, schon reagieren die Angemerkten.
Gut so, ein schönes Beispiel dafür wie wichtig dieses Medium für die Demokratie ist und wie ein kleinwenig Druck Transparenz ermöglichen.

Also zu den Fragen in „Anfragen an Bundestagsabgeordnete zur Dietwegtrasse“ (siehe unten) ist eine Antwort von Frau Müller-Gemmeke (GRÜNE) eingetroffen, die wir Euch nicht vorenthalten wollen:

„Sehr geehrter Herr ,
herzlichen Dank für ihre Frage zum Achalmtunnel und zur Dietwegtrasse. Wir Grünen im Kreis Reutlingen lehnen den Bau der so genannten „Dietwegtrasse“ ab. Wir haben auch schon immer den Bau des Achalmtunnels kritisiert. Den Versuch, die Verkehrsprobleme auf den Straßen – auch im Kreis Reutlingen – immer wieder durch den Neubau weiterer Straßen zu lösen, halten wir für falsch. Es ist ökologisch schädlich auf das steigende Verkehrsaufkommen stets mit neuen Straßen zu reagieren ohne wirkliche Alternativen aufzuzeigen und ohne den Güter- und Personenverkehr auf der Schiene zu stärken. Vor allem aber halten wir die Hoffnungen, die in den Achalmtunnel und in die Dietwegtrasse gesetzt werden, für zu optimistisch. Die Dietwegtrasse hätte zusammen mit dem Scheibengipfeltunnel keine oder nur eine sehr geringe entlastende Wirkung für die Innenstadt. Auch werden bekanntlich durch den Neubau einer Straße immer nur neue Verkehrsströme erzeugt. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass neben einer (oft nur geringen) Verlagerung von Autoverkehr von alten auf neue Straßen immer auch neuer Verkehr in die Region gelockt wird. Im Falle des Achalmtunnels befürchten wir insbesondere eine Zunahme des Schwerlastverkehrs. Darüber hinaus bleiben durch einzelne Maßnahmen die Probleme im weiteren Streckenverlauf meist ungelöst. Für den Albaufstieg und die Ortsumgehung von Lichtenstein wurde noch immer keine Lösung gefunden und aufgrund der angespannten Haushaltslage sind wir auch nicht sehr optimistisch, dass sich dies in absehbarer Zeit ändert. Damit werden der Verkehr und die Probleme nur nach Lichtenstein verlagert anstatt die Probleme im Grundsatz anzugehen. Dies halten wir für kurzsichtig und falsch. Als Alternative sehen wir vor allem den Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel – vor allem den Bau der Regionalstadtbahn Neckar-Alb. Durch sie sind echte und spürbare Entlastungen zu erwarten, da Mobilität tatsächlich anders organisiert wird. Das Projekt der Regionalstadtbahn sollte daher in den kommenden Jahren absolute Priorität für die Region haben.
Zu ihrer Frage, wer die Finanzierung der Dietwegtrasse tragen sollte: Eigentlich müsste und sollte der Bund bauen und auch den Löwenanteil der Finanzierung tragen. Zu befürchten ist aber, dass die Kosten am Ende bei der Stadt hängen bleiben. Wie eine Anfrage der grünen Landtagsfraktion ergeben hat, existieren zwar Fördermöglichkeiten über das GVFG („Gesetz über Finanzhilfen des Bundes zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse der Gemeinden“). Im Grundsatz gelte aber: da die Dietwegtrasse Teil einer innerörtlich geführten Bundesstraße wäre, müsste die Stadt Reutlingen die Bau- und Unterhaltungslast (gefördert mit GVFG), selbst tragen. Auch aus diesem Grund lehne ich als grüne Bundestagsabgeordnete ebenso wie die Kommunalpolitiker vor Ort den Bau der Dietwegtrasse als zu teuer und ökologisch schädlich ab.

Mit freundlichen Grüßen

Beate Müller-Gemmeke MdB
siehe auch hier…….

na dann weiter so, jetzt fehlt noch Pascal Kober, mal schauen ob er sichtraut und wie lange es dauert. Wetten können noch abgeschlossen werden.

Übrigens gibt es noch eine Anfrage von einem anderen Bürger an Dr. Nils Schmid mit einer ähnlichen Fragestellung zur Dietwegtrasse, die wir hier gerne auch noch posten:

Frage vom 07.07.2011:

„Sehr geehrter Herr Dr. Schmid,

als Reutlinger Abgeordneter ist Ihnen ja bekannt, dass der Achalmtunnel im Bau ist.
Meine Frage an Sie: Wie stehen Sie persönlich zu der sogenannten Dietwegtrasse (die Verlängerung in den Nordraum)?
Für einen offene Antwort würden wir uns freuen.
Mit freundlichem Gruß

Antwort vom 12.08.2011:

Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage zur Verkehrssituation in Reutlingen und der so genannten Dietwegtrasse, die ich gerne beantworte.
Da es bereits eine bestehende Ortsdurchfahrung auf einer Bundesstraße gibt, läge die Verantwortung für eine weitere Durchfahrung auf dem Gebiet Reutlingens bei der Stadt selbst. Dies schließt auch die teure Baulast und insbesondere den Unterhalt für eine solche Straße ein. Im konkreten Fall sind überdies die Belange der Bewohner von Sondelfingen und Orschel-Hagen zu berücksichtigen, die unmittelbar betroffen wären. Aus diesen Gründen hat der Gemeinderat bereits vor einiger Zeit ein Votum gegen die Dietwegtrasse abgegeben.
Bei der allgemeinen Straßenplanung hat sich in den letzten Jahren zudem die Vorstellung durchgesetzt, dass Verkehre nach Möglichkeit auf bestehenden Trassen zu bündeln sind, anstatt neue Straßen zu bauen. Sowohl verkehrliche, als auch finanzielle wie ökologische Gründe sprechen dafür, den Ausbau bestehender Straßen dem Neubau von Strecken vorzuziehen.
Anfang September werde ich mich im Rahmen eines Fachgespräches bei der Stadt Reutlingen auch über die Verkehrsplanung informieren und die Bauarbeiten am Scheibengipfeltunnel besichtigen. Dabei erhoffe ich mir auch Aufschlüsse darüber, welche Erwartungen die Fachleute der Stadt Reutlingen an die Fertigstellung des Maiwaldknotens an der B28 bei Metzingen haben. Wie sich die Verkehrsbelastung in Reutlingen entwickelt, werde ich auch künftig aufmerksam verfolgen.

Mit freundlichen Grüßen
Nils Schmid

na dann sind wir mal gespannt, was unser Landtagsabgeordnete und Wirtschaftsminister in Reutlingen für Erkenntnisse in Bezug auf die Dietwegtrasse erlangt, allerdings wären bei der Verwirklichung der bisherigen Pläne neben den Bewohnern von Orschel-Hagen und Sondelfingen auch noch die Bewohner vom Vollen Brunnen, Storlach und Römerschanze betroffen.
Vielleicht lässt sich der Minister auch mal vor Ort blicken. Fortsetzung folgt…..

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Eine Antwort zu noch eine Antwort auf abgeordnetenwatch.de zur Dietwegtrasse:

  1. Schmied schreibt:

    ein bischen sanfter (öffentlicher) Druck hilft oft (nicht immer)

    Zu Niels Schmid: Er sollte nicht nur die (Betonfraktionangehörigen) städtischen Planer / OB und BM befragen, sinnvoll wäre doch auch eine Vorortbesuch um mit den Betroffenen mal zu reden. Vielleicht verschieben sich dan die Horizonte!

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