Ohmenhausen: RP: „Ortsumgehung nur Verlagerung von Lärm und Abgase“

der Luftreinhalteplan sorgt dafür dass die Herrn vom Regierungspräsidium Tübingen sich nach Ohmenhausen verirren. Wie sie aber sagen: „Auslöser für die Fortschreibung des Luftreinhalteplans sei aber die viel zu hohe Feinstaubbelastung in der Lederstraße gewesen, mit der Reutlingen bundesweit sogar auf dem zweiten Platz rangiere.“

Die Ohmenhäuser interessierte primär aber etwas anderes:
Ohmenhausen und die Verkehrsbelastung im Ort.
Die Ortschaftsratsitzung musste fast wegen Überfüllung geschlossen werden. Das RP beschäftigte sich dann brav mit der Lage vor Ort.

Fakt ist, dass die Stickstoffdioxidbelastung an der Hohe-/Neue Straße die zweithöchste im ganzen Stadtgebiet ist (neben der Innenstadt/Lederstraße). Der Ortschaftsrat war verwundert, dass Ohmenhausen in der zweiten Fortschreibung des Luftreinhalteplans, die derzeit läuft, nicht auftaucht. Erst bei den »Maßnahmenoptionen mit Prüfauftrag« ist der Stadtteil berücksichtigt.
Der Ortschaftsrat drängte daher auf mehr Sofortmaßnahmen, insbesondere auf Tempo 30 für die komplette Ortsdurchfahrt und ein Lkw-Durchfahrtsverbot.

Die Erläuterungen von Vertreter des RP´s Czarnecki bestätigte die Bürgervertreter.
Es geht ums Thema Gesundheitsschutz, die Quote von Stickstoffdioxid liegt  in Ohmenhausen im Jahresmittel um elf Mikrogramm über den geltenden Richtwerten. Dieses Reizgas löst Atemwegserkrankungen aus, wirkt sich negativ aufs Herz-Kreislauf-System aus und führt zu einer erhöhten Sterblichkeit.

Alles nichts neues.

Es beruhigt die Ohmenäuser aber nicht im mindesten, wenn die Stickoxide nur von der Stadt gemessen werden, der Feinstaub aber nicht: »Eine erhöhte Belastung ist anzunehmen, aber eine eindeutige Aussage ist nicht möglich«, so der RP-Vertreter, als Grund wird genannt: „Die Werte streuten zu stark. Klar sei aber, dass die »Stellschraube« für eine bessere Luftqualität immer der Straßenverkehr sei“.

Na diese Aussage nenne mal „Vernebelung“.

Der Herr führte dann aus, dass im zweiten Fortschreibungsverfahren des Luftreinhalteplans das Problem mit mehr Tempo 30, weiteren Umweltzonen oder dem „Scheibengipfel“(gemeint ist der Achalm)-Tunnel angegangen werden soll  !!!!!

Hilflos, kann ich da nur sagen.
Zum einen fallen bestimmte Entscheidungnotwendigkeiten nicht in das Ressort des Regierungspräsidiums, zum anderen das Argument Achalmtunnel (den die Herrn gerne Scheibengipfeltunnel nennen, damit er nicht so „groß“ wirkt). dieses 120Miilionen€ teure unnütze Prestigebauwerk hat nun gar nichts, nochmals: gar nichts mit der Situation in Ohmenhausen zu tun!!!!

In der dritten Fortschreibung des Luftreinhalteplans soll Ohmenhausen endlich mit aufgenommen werden. Dann soll laut Herr Grangler vom RP untersucht werden, ob Umweltzonen erweitert werden, ob ein Lkw-Durchfahrtverbot unter Einbeziehung von Bundesstraßen machbar ist, weitere Geschwindigkeitsreduzierungen, eine »Verflüssigung« des Verkehrs und der beschleunigter Nachrüstung der Bussen.

Die Forderungen des Ortschaftsrates und einiger Bürger nach, geht das jedoch zu langsam, sie forderten schnellerer Maßnahmen um das Lärmproblem an der Ortsdurchfahrt in den Griff zu bekommen. Ob Tempo 30 im Bereich der gesamten Ortsdurchfahrt oder der Bau einer Umgehungsstraße, so ganz einig ist man sich da nicht.

Da kam eine bemerkenswerte Aussage von Herr Grangler vom RP:

“ Die Ortsumgehung ist für die jetzt betroffenen Menschen gut, aber sie sei aber nur eine Verlagerung« des Schadstoff-Problems.“

Ist das in Ohmenhausen angekommen?

Das wahre Problem „der Konsument“, der Autofahrer als solches wird nur ganz am Rande gestreift, oder wie ist die Aussage zu verstehen: „Es liegt auch am Konsumenten. Wären alle bei Benzinern geblieben, hätten wir die Probleme nicht“?

Wenn sich alle an die Nase fassen würden und sich überlegen würde „ist diese Fahrt jetzt nötig“, „könnte ich diese (notwendige) Fahrt mit dem Öffentlichennahverkehr zurücklegen“, oder was ist mit Rad und Fuss? Der Schrei nach neuen Straßen verlagert das Problem nur wieder auf neue Leidtragende!

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2 Antworten zu Ohmenhausen: RP: „Ortsumgehung nur Verlagerung von Lärm und Abgase“

  1. Aufforerer schreibt:

    Die Hauptforderungen müssen an uns ALLE gehen:

    Fahrt weniger mit euren stinkenden und lärmenden Autos,
    Nutzt den Öffentlichen Nahverkehr und
    Zieht nicht weiter raus aufs Land!

    Also an die eigene Nase packen!

    • Schnurzelpurtzel schreibt:

      wie wahr !!!!

      vor allen die die oft so laut schreien, dass zuviele läremende und stinkende Benzin- bzw. Dieselkutschen an ihrem Haus vorbeifahren!!!

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