CDU: kritischen Auseinandersetzung mit dem aktuellen Reutlinger Verkehrsentwicklungsplan

die Veranstaltung war hier ja auch angkündigt worden: die CDU, die Junger Union und die christdemokratische Gemeinderatsfraktion hat einer »kritischen Auseinandersetzung mit dem aktuellen Reutlinger Verkehrsentwicklungsplan«  ihre Mitglieder am Montagabend ins Hotel Fortuna an der Stadtautobahn (passender Standort, „da kommste mit ÖPNV net gut hin“) eingeladen.

Sie bringt es fertig, das der Gutachter Huber-Erler sich zu dem Satz hinreissen lässt: »Manchmal komme ich mir als Gutachter so vor, als wäre ich schuld daran, dass der Verkehr hier ist«……  ja, ja die CDU!

nun zur „Substanz“: der GEA schreibt (hier der Artikel……):

»Wir gehen ergebnisoffen in die Diskussion«, hatte die neue CDU-Stadtverbandsvorsitzende Gabriele Gaiser eingangs bekundet, man erwarte sich für die Meinungsbildung von den Referenten jedoch belastbare Zahlen und Fakten.

Nett, was nennt die CDU ergebnisoffen? Aber dazu später mehr.

Zu den Zahlen: belastbare Zahlen fordern viele schon sehr lange (nicht nur CDU) z.B. der BUND, der VCD, die BI Keine Dietwegtrasse, Pro Achalm usw. von der Stadt. Tatsächlich kommen die nur scheibchenweise, man muss sie sich zusammensuchen, und dann widersprechen sie sich ab und zu. Da sind wir mit Frau Gaiser in diesem Punkt auf gleicher Wellenlänge.

Die dann wohl in der Veranstaltung genannten Zahlen stimmen fast mit den Zahlen überein, die der Gutachter der Stadt auf der Sondelfinger Veranstaltung (siehe hier…. bzw. hier die Präsentation von der Veranstaltung, da können noch mehr Zahlen entnommen werden) überein.

Sind das jetzt die zahlen auf die man sich in Zukunft beziehen kann?
(Frage an die Stadt: und wann bekommen diese die Öffentlichkeit mal in einem vollständigen Umfang lesbar zu Gesicht?)

Weiter im Text:

Dass auch die Dietwegtrasse – jenes aufs Eis gelegte Verbindungsstück zwischen der B 464 und dem nördlichen Tunnel-Anschluss – für viel Diskussionsstoff sorgte, kam nicht wirklich überraschend. Ist sie doch, wie Stadtrat Dr. Karsten Amann es formulierte, »für die CDU ein ganz wichtiges Thema«. Bis vor Kurzem sei sie auch von den Gutachtern noch »als wesensnotwendige Ergänzung zum Scheibengipfeltunnel definiert worden«, wunderte sich Amann, nachdem Ralf Huber-Erler die Empfehlung ausgesprochen hatte, die Dietwegtrasse »nicht weiter zu verfolgen«.
(GEA am 23.05.2012)

manchmal geht die Diskussion an der CDU vorbei, oder wie soll man dies interpretieren? Der Gutachter darauf:

Als Begründung nannte der Gutachter hohe Kosten, erhebliche Eingriffe in die Umwelt und »überwiegend negative verkehrliche Wirkungen«. Zwar würde die Dietwegtrasse Orschel-Hagen und Sondelfingen erheblich entlasten, so Huber-Erler, in der Innenstadt aber »so gut wie keine Entlastungseffekte« erzielen und in Rommelsbach sowie Betzingen für deutlich mehr Verkehr sorgen.

Das wurde im Gemeinderat schon mal so gesagt, auch auf dem „Bürgerabend“ bekam man das zu hören! Wo war die CDU? Welchen verengten Blickwinkel haben die CDUler den eigentlich? Aber es geht genau so weiter:

Reutlingens CDU-Landtagsabgeordneter Dieter Hillebrand hielt dagegen: In einer neuen Studie habe die Industrie- und Handelskammer (IHK) für die Dietwegtrasse ein Nutzen-Kosten-Verhältnis von 4,1 ermittelt, was für eine Realisierung spreche. Die Reutlinger Ortsumgehung über die Dietwegtrasse werde als leistungsfähige Alternative zwischen dem Albraum und dem Ballungsraum Stuttgart gesehen.

Interessant: das widerspricht sich aber mit allen, was in Reutlingen in den letzten Jahren diskutiert und was bekannt ist. Dass die IHK da bestimmte eigene Interessen vertritt, geht ja in Ordnung (die IHK ist halt ein Lobbyverband), dass die CDU aber ein unbekanntes Gutachten eines Lobbyverband gegen die Interessen der Stadt und der Bürger einsetzt, finde ich schon bemerkenswert. Die Stadt kannte das Papier ja auch nicht, wie Frau Hotz zu verstehen gab.

Dass Herr Prof. Topp in seinen Aussagen aber gegenüber seinen bisherigen Äusserungen (in letzter Zeit) zurückrudert „die Trasse einfach im Flächennutzungsplan zu belassen“ macht ihn nicht gerade glaubwürdiger. Er weißt zwar drauf hin, „dass in der IHK-Studie »die eingesparte Fahrzeit über die Maßen bewertet“, dieser Schluss ist aber nicht schlüssig. Da gibt es noch viel zu tun.

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Eine Antwort zu CDU: kritischen Auseinandersetzung mit dem aktuellen Reutlinger Verkehrsentwicklungsplan

  1. pit schreibt:

    auch nach drei Jharen noch äußerst interessant, sollte man mal wieder hochholen….

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