Dietwegtrasse: Erläuterungen zu den Leserbriefe in der Presse

heute sind mal wieder zwei Leserbriefe im GEA (09.06-2012) erschienen, die recht konträr sich mit der Dietwegtrasse auseinandersetzen.

Eins machen die Leserbriefe sehr deutlich: der Informationsstand zu den aktuellen verkehrsplanerischen Ständen sind in der Bevölkerung recht unterschiedlich.

Die Vermittlung des aktuellen Sachstand kann man wohl nicht nur in kleinen, kaum angekündigten Veranstaltungen (Sondelfingen/Orschel-Hagen) abhandeln. Das jahrelang vermittelt Dogma „nur mit Dietwegtrasse“werden die Stadtteile Reutlingens entlastet und der Verkehr kann fließen, sitzt in den Köpfen immer noch tief drin.

Der erste Leserbrief setzte sich zwar in erster Linie mit der Veranstaltung zum Verkehrsentwicklungsplan in Orschel-Hagen auseinander, er geht aber insbesondere, stark auf die Dietwegtrasse ein. Die zahlemäßige Konsequenzen werden hier gut aufgedrösselt und gemachte Aussagen klar wieder gegeben:

Prof. Topp und Frau Hotz bestätigten auch die Tatsache, dass die ursprüngliche Planung »Achalmtunnel nur mit Dietwegtrasse« aus einer anderen Zeit stammen, bei der die nun vorhandenen vierspurigen Bundesstraßen weder geplant noch gebaut waren. Die Verkehrsplanung bedarf der ganzheitlichen Betrachtung und der Ausrichtung an den jeweils aktuellen Gegebenheiten und Erfordernissen. Die Präsentationen/Protokolle der Bürgerinformationen in Orschel-Hagen und Sondelfingen sind über die städtische Homepage, Rubrik Verkehrsentwicklungsplan, einsehbar.

Der zweite zeigt deutlich auf, das Verkehrsplanung eben nicht nur mit dem allgemeinen Wissen („mein gesunder Menschenverstand“) von normalen Bürgern aus dem Bauch heraus machen kann. Es scheint im ersten Moment aus der Sicht des Autofahrers zwar logisch zu sein, den „Durchstich“ von der B464 zum Nordloch des Achalmtunnels zur „Verkehrsentlastung“ zu „vollenden“.

Was der Zeitgenosse allerdings willkommen ausser acht lässt, ist das der Achalmtunnel eben nur zu einem geringen Anteil den sogenannten Durchgangsverkehr abwickeln wird.

Größenordnung von Binnen-, Quell- und Ziel- sowie Durchgangsverkehr

Größenordnung von Binnen-, Quell- und Ziel- sowie Durchgangsverkehr

konkreter: Durchgangsverkehr auf die Gesamtstadt Reutlingen:

Durchgangsverkehr

Durchgangsverkehr (Quelle: Stadt Reutlingen)

und nochmals die genauen Zahlen in Bezug auf den Achalmtunnel:

Achalmtunnel hier Aufteilung der Verkehre (Quelle: Stadt Reutlingen)

Achalmtunnel hier Aufteilung der Verkehre (Quelle: Stadt Reutlingen)

Nun sagt die Stadt Reutlingen den Stadtteilen Sondelfingen und Orschel-Hagen (die beide von der Öffnung des Achalmtunnels 2016 in Bezug auf den dort ankommenden Verkehr betroffen wären) umfangreiche Verkehrsberuhigungsmaßnahmen zu. (die Bürger werden die Stadt erinnern!!!)

Wenn diese zeitgerecht verwirklicht werden, dann hätte dies nach Aussagen des Büros R+H Darmstadt folgende Auswirkungen:

Wirkung der Verkehrsberuhigung (Quelle: Stadt Reutlingen)

Wirkung der Verkehrsberuhigung (Quelle: Stadt Reutlingen)

sprich nur die Ost-Westtrasse wäre mehr belastet!!! (so zumindest die Aussagen der Verkehrsgutachter der Stadt Reutlingen). Die grünen Zahlen bedeuten Entlastung, die roten eine Zunahme!

Wir haben hier mal ausführlich die Folien der Stadt Reutlingen zu hilfe genommen, da sie doch etwas deutlich machen:

  • die Sichtweise auf den Verkehr hat sich in den letzten Jahre weiter entwickelt, damit auch die Argumentationen der städtischen PlanerInnen und Politiker und
  • das man schon genauer hinschauen muss, um richtige Aussagen zu einzelnen Straßenplanungen machen zu können, denn jeder Eingriff hat Konsequenzen, für die einen positiv und für die anderen negativ!

Wer sich ausführlicher informieren will, sollte in die angebotenen Veranstaltungen der Stadt gehen und die Folien von den Bürgerabenden in Orschel-Hagen bzw. Sondelfingen (und das Protokoll hier…..) sich genauer anschauen. Erhältlich durch klicken auf den Ortsnamen einfach downloadbar.

Links zu den Leserbriefen:

»Aus einer anderen Zeit« von Andreas Frosch, Reutlingen(GEA 09.06.2012)

»Warum wird die Dietwegtrasse ausgebremst?« von Hans-Gerhard Linke, Walddorfhäslach (GEA 09.06.2012)

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3 Antworten zu Dietwegtrasse: Erläuterungen zu den Leserbriefe in der Presse

  1. Hannes schreibt:

    Danke für die tolle Auflistung und Beschreibung.
    Mehr Info dieser Art und Dichte ist dringend notwendig.

  2. happie wellness schreibt:

    knall hart!!!
    und es wird uns öffentlich immer weiß gemacht, das Hauptproblem seie der Durchgangsverkehr,
    jetzt kommt heraus, es ist fast nur hausgemacht…….
    komisch, da beschleicht einem das Gefühl, man wird angeflunkert um iregend etwas durchzubringen und erst wenn man nicht mehr zurück kann, kommt man häppchenweise mit der Wahrheit heraus, und zwar so, dass es in anderem Geschwalle („wir machen bei EUCH vorher Verkehrsberuhigung, dann wirds bei EUCH nicht so schlimm….“) leicht untergeht.

    Und wer bezahlt zum Schluss die Rechnung?
    Wenn die vorliegt es von den heute Verantwortlichen keiner mehr im Amt, und die es dann sind: „Daran sind wir nicht Schuld“
    verprochen.

  3. A.R. schreibt:

    das ist ja der Hammer!
    Nur 10% ist Duchgangsverkehr?
    und der Rest hausgemacht?

    ich kanns kaum glauben.

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