Experte: „Krempelt das Reutlinger BUS-System um!“

In einer Klausurtagung (hinter verschlossenen Türen, transparenslos) des Gemeinderates haben die Experten des Darmstädter Planungsbüros R+T die Busfahrpläne und Netz des Reutlinger Stadtverkehrs unter die Lupe genommen.

Ergebnis: „Besonderheit: In den letzten dreißig Jahren hat die Bevölkerung darin zugenommen und damit auch der Verkehr.“ (Ach Neee…)

Wie zitiert der GEA am 11.12.2012: „Das Bussystem scheint nicht recht Schritt gehalten zu haben (..mit der Bevölkerungszunahme). Davon ausgehend, dass Menschen nicht gerne mehr als 300 Meter zur nächsten Haltestelle marschieren (im Außenbereich werden vom Verband Deutscher Verkehrsunternehmen 400 Meter angesetzt), weist das Busnetz auch innenstadtnah Erschließungslücken auf. »Das ist ungewöhnlich«, so Hofherr. Massive Defizite haben beispielsweise Hohbuch und nördlicher Lerchenbuckel: 3 000 Menschen müssen hier mehr als 300 Meter zum nächsten Bushalt marschieren.“ (siehe hier….)

Die Bilanz sieht schlecht aus: in vielen Bereichen der Innenstadt weist das Busnetz zum Teil erhebliche Erschließungslücken aus (diese ergeben sich aus dem Abstand von Einwohner zur nächsten Bushaltestelle).

„Das ist ungewöhnlich“, so der Darmstädter Experte Hofherr. Massive Defizite haben unter anderem der Hohbuch und weite Teile des Lerchenbuckels, dort müssen z.B. mehr als 3 000 Menschen mehr als 300 Meter zur nächsten Bushaltestelle marschieren. Dies betrifft auch das Burgholz und das südliche Rommelsbach (dort sind über 2000 Menschen praktisch vom öffentlichen Nahverkehr ausgeschlossen).

Als eine Grund wird der zentralistische Aufbau des Busnetzes genannt (der ZOB wird in Frage gestellt) aber auch richtigerweise der bisher meist unmöglichen Vertaktung (oder auch NICHT-Vertaktung).

Ein funktionierender ÖPNV braucht eine eindeutige Preisgestaltung, eine eindeutige Vertaktung (auch untereinander) und eine flächenmäßige Erreichbarkeit aller Standorte. Das hat die Buslandschaft in Reutlingen nicht.

Es werden der Ausbau und die Strukturveränderung des Netzes vorgeschlagen, das zentralistische System (ZOB) sollte aufgeben und die Innenstadt durch einen Altstadtring besser erschlossen werden. Mehr Direktverbindungen und neue Haltestellen im Zentrum sollen Busfahren attraktiver machen und die Reutlinger Ortsteile sollten durch eigenständige Ringverbindungen mehr miteinander verbunden werden.

Der Innenstadtbusring wäre nach den Berechnungen der Darmstädter kostenneutral, der Ausbau der Vertaktung (15 Minuten tagsüber) würde nach vorsichtigen Schätzungen mit 800.000.-€ jährlich kosten, da dürfte klar sein wohin die Reise geht (=> Stückleswerk, wetten?).

Der prognostizierte Rückgang bei der Umsetzung eines derartigen Konzeptes von nur 5000 Fahrzeugenhalte ich für fragwürdig, da bin ich auf die Berechnung aber gespannt. Alle funktionierende Verbesserungen im Öffentlichen Nahverkehr haben in anderen Städten ganz andere Zahle hervor gebracht, warum nicht auch bei uns? Oder gehen die Planer von nur dem Typus „betonierter Autofahrerkopf“ aus?

Gea vom  11.12.2012 „Abkehr vom ZOB-Konzept“

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3 Antworten zu Experte: „Krempelt das Reutlinger BUS-System um!“

  1. Pingback: TIPP: Blog “Verkehrsentwicklungsplan” « die freien gedanken

  2. charlie schreibt:

    That´s a nice blog, thank you for this good infomations.
    write more!
    your
    charlie

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