Metzgerstraße, ein Versuch der Rückgewinnung von Stadt?

ein Gastkommentar:

Metzgerstraße, ein Versuch der Rückgewinnung von Stadt?

Es ist schon interessant, wie sich derzeit die Diskussion um den zukünftigen Umgang mit der Metzgerstraße entwickelt. Es ist eine Mischung von echtem Bemühen ein Stück Innen-Stadt für Bewohner und Besucher vom Autowahnsinn wieder zurück zuholen, über halbgare, ja populistische Konzepte (20km/h) bis hin zu durchsichtige politischen „Aktiönchen“.

Das sich die Ladenbesitzer immer noch die Durchfahrt des abgasverschleudernde Automobilverkehr wünschen ist nur im ersten Moment einleuchtend, wie hat der GEA am 25.03.2013 (hier…“Metzgerstraße: Viel zu schade zum Durchfahren“…) hierzu so treffend zum Ausdruck gebracht:

„Warum sind die alten Häuser auf der Wilhelmstraße so gut renoviert? Warum sind in der Metzgerstraße so viele schöne alte Häuser total verloddert? Genau: Autofahrern ist es egal, woran sie vorbeifahren. Fußgänger haben’s gerne schön.“

Im selben Artikel wird richtig beschreiben, dass „Die Metzgerstraßen-Händler bauen weiter auf die Autofahrer – profitieren aber gerne von den Wilhelmstraßen-Flaneuren. Ohne die nahe Fußgängerzone würden sich sicher deutlich weniger Menschen in die Metzgerstraße mit ihren engen, immer öfter zugeparkten Gehsteigen verirren. Dabei hat die kleine Schwester der Wilhelmstraße Charme, der an vielen Stellen bereits sichtbar ist.“

Dieser Sichtweise kann ich mich vollständig anschließen.

Der CDU Antrag erneute Durchfahrt der Blechkisten mit einer Reduzierung auf 20 km/h zuzulassen, ist reine Augenwischerei,
a) ist der Unterschied zu 30 km/h eher marginal und
b) ohne laufende Kontrolle geht das gar nicht, denn eine Autofahrer ist mit erheblich mehr Durchsetzungsmacht seiner Interessen ausgestattet, als die schwächeren Verkehrsteilnehmer und
c) für den Fußgänger ändert sich überhaupt nicht, die Wege bleiben gleich schmal (das ist ne enge Straße und die Blechkutschen werden immer breiter), er kann nicht gefahrenlos flanieren und es können sich so auch keine Aufenthaltsräume bilden, an denen man gern mal stehen bleibt und verweilen kann.

Wenn die Heimatpresse das Thema so prominent aufgreift, wie es sie seit Monaten tut, darf die alte Tante SPD auch nicht fehlen und veranstaltet sogenannte „Bürgerversammlungen“. Meines Wissens ist der Begriff eindeutig belegt durch Versammlungen, die die Stadtverwaltung im Rahmen bestimmter Verfahren veranstaltet (der richtige Namen wäre: Parteiveranstaltung zu ….).

Es bleibt zu wünschen, dass die Stadt und Gemeinderat in seiner Gänze das Thema zusammen aufgreift und gemeinsam die Bürgerschaft an das Thema heranführt, informiert und berät, ich halte nichts davon dies vor einzelne parteipolitische Karren zu spannen lassen, dazu sind zu viele und zu wichtige Punkte der zukünftigen Stadtentwicklung angesprochen, es sei nur auf die Überlegung hingewiesen, die Stadtbahn durch die Metzgerstraße zu führen.

mehr :

GEA, Metzgerstraße: SPD für mehr Fußgängerzone am 08.04.201

GEA, „Metzgerstraße: Viel zu schade zum Durchfahren“ am 25.02.2013

GEA, „Metzgerstraße: Mehr Fußgängerzone“ am 25.02.2013

GEA, „Durch die Metzgerstraße?“ am 08.11.2013

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