Kommentar: der Witz des Monats: eine Seilbahn soll die Verkehrsprobleme in Reutlingen lösen

uns ging folgender Kommentar zu der von der WIR Fraktion angezettelten Diskussion „Seilbahn statt Stadtbahn“ zu, den wir Euch nicht vorenthalten wollen, der das Thema „Seifenblasen für Reutlingen“ recht gut trifft:

Seifenblasen zum Ablenken – der Versuch vom politischen Nichtstun abzulenken

von der Luftnummer einer Seilbahn für Reutlingen, statt Stadtbahn….

Wenn man in letzter Zeit die Diskussion in Reutlingen verfolgt, muss man leider zu dem Schluss kommen: entweder „man weiß nicht, was man will“ oder es sind recht viel Komiker im politischen Alltag unterwegs. Dies betrifft sowohl die Kommunalpolitik wie auch die Stadtverwaldung!

Das umfassende Thema Verkehrsentwicklungsplanung ist in der Versenkung verschwunden, das Thema Lösung unserer Verkehrsprobleme hat sichtbar an Bedeutung verloren und ……

Die Verwaltung erwartet durch die Öffnung des Achalmtunnels die Lösung des Durchfahrtverkehrs und damit die Entlastung der Innenstadt, die Frage, ob diese Maßnahme den zu 90% durch Ziel- und Quellverkehr verursachten individuellen Verkehrs in Reutlingens Innenstadt ne Auswirkung hat, wird wissentlich ausgeblendet. Das Problem des Feinstaubs in der Innenstadt wird sich bestimmt dann in Luft auflösen, solange wird der Schwarze Peter hin und her geschoben (siehe die Gerichtsurteile zu dem Sachverhalt). Alles Hypothesen, für die es nicht wirklich einen Nachweis gibt.

Die Politik kontrolliert dies nicht wirklich, sondern beschäftigt sich mit „Seilbahnen in Reutlingen“. Ich würde das mal eine Nebelkerze nennen. Diese Politiker haben entweder null Ahnung von der Materie, oder sie machen das gezielt (was ich ihnen jetzt nicht direkt unterstellen will).

Entlarvend war das Professor Dr. Heiner Monheim in der Veranstaltung der WIR darauf hinwies, dass „es keinen Sinn macht, irgendeine Verbindung von A nach B zu diskutieren. Zunächst müsse man sich mit dem bestehenden ÖPNV-System befassen.“

Genau hierfür haben wir eigentlich eine Verkehrsentwicklungsplanung seit einige Jahre. Das die sowenig konkretes zu Tage gefördert hat, hat viel damit zu tun, dass das Thema der generellen Verkehrsentwicklung mit ALLEN Verkehrsträgern  nicht wirklich fest angepackt worden ist, sondern nur irgendwie mitgeschleift worden ist oder im besten Fall im politischen Alltag unter gegangen ist.

Dr. Heiner Monheim wies zurecht darauf hin, dass er als Verkehrsplaner versucht habe, das Reutlinger Bussystem zu überplanen, war damit aber bei der Verwaltung und dem Gemeinderat gescheitert. „Die Reutlinger wollten mich nicht, weil ich relativ kritisch an solche Aufgaben herangehe.“ Obwohl er viele andere Stadtbussysteme zu fünf- bis zehnfachen Fahrgastzahlen geführt habe, sei dies in Reutlingen nicht erwünscht gewesen. Entlarvend wieder: man will nicht wirklich an das Thema ran, der individuelle Verkehr soll ja nicht in Mitleidenschaft gezogen werden. Typisch Reutlingen.

„Die planerisch wichtigste Frage ist, wie kriegen wir das Ding im Stadtraum untergebracht?“ Wir haben viele enge Straßenräume in Reutlingen und eine Seilbahn dort technisch unter zubringen wird kaum möglich sein. Die breiten Straßen mit Grünflächen haben wir hier nicht. Auch wies er auf die Frage der Haltestellen hin. Ein Bus kann überall halten, für eine Seilbahnhaltestelle braucht man riesige und teure Bauwerke, die auch eine nicht unerhebliche Wirkung auf den Stadtraum haben.

Die Seilbahn ist nicht wirklich netzfähig, um ein funktionierendes Bussystem zu ersetzen. Monheim sprach von »Korridorsystemen«, die ins Bussystem integriert sein müsste, und ist das hier möglich?

Auf den Punkt brachte es der Experte dann zum Schluß:
Ob das für Reutlingen ein richtiges System ist, kommentierte Monheim  „müssen Sie dann bitte selber klären.“

Fazit:

Die Aktion mit der Seilbahn für Reutlingen war eine Seifenblase, die von den wirklichen Lösungsmöglichkeiten ablenkt, die Nichtstun vertuscht, und die auch deutlich macht, dass Reutlingen noch weit im Rückfeld der Lösungen zum Thema Verkehr ist und sich sehr schwer tut, wirklich anzupacken.

Joe

Bericht im GEA zu der Veranstaltung hier…..

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Achalmtunnel, Aktion, Beispiel, Bundestraßen, City Nord, Dietwegtrasse, Fahrrad, Fußverkehrs-Check, Hintergründe, Information, Meinung, Phantasie, Politik, Regionalstadtbahn, Reutlingen, Scheibengipfeltunnel, Schienenverkehr, Stadtbahn, Verkehrsberuhigung, Verkehrsentwicklungsplan abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Kommentar: der Witz des Monats: eine Seilbahn soll die Verkehrsprobleme in Reutlingen lösen

  1. Karl M. schreibt:

    genau Dietwegtrasse…. kam derletzt was im GEA. habs leider nicht gelesen.

  2. Pauli schreibt:

    unglaublich…..
    guter Kommentar zu den „Aktionen“ der Vertuschung.
    weiter so.

    und was ist aus der Dietwegtrasse geworden? Da grummelt es aus dem Gemeinderat, wie istd das einzuschätzen?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s