Achalmtunnel….. und die „Wahrheit von Zahlen“

im Gea hat Reinhard Beneken, der Pressesprecher von PRO ACHALM, einen guten Leserbrief veröffentlicht (hier…….), die wir hier vollständig wiedergeben wollen.

Es werden gut einige Aspekte angesprochen, die wir hier schon mehrmals ebenfalls zum besten gegeben haben, die aber in der bisherigen Diskussion in der Öffentlichkeit wenig Beachtung fanden…

Achalmtunnel

»Dreht sich denn alles zum Schlechteren?«

Jahrzehntelang wurde es versprochen und im Bebauungsplan ist es dokumentiert: Der Achalmtunnel würde den überregionalen Verkehr an Reutlingen vorbeilenken und die Autozahlen in der Oststadt werden um 19 000 Kfz pro Tag sinken – eine glatte Halbierung also. Und in der Karlstraße würden 11 000 Kfz pro Tag weniger fahren – eine Erleichterung um fast 30 Prozent.

Aber seit dem Baubeginn vor 3 Jahren haben sich die städtischen Prognosen dramatisch eingetrübt. Heute heißt es: Der Oststadtverkehr wird sich nur um ein Viertel, also ca. 10 000 Kfz pro Tag, verringern, und auch das nur bei gleichzeitigen Maßnahmen zur Verkehrsverdrängung auf die umliegenden Straßen. Für die Karlstraße bedeutet das: nirgendwo mehr als 10 Prozent (3000 Kfz pro Tag) Erleichterung, im Bereich Post/Bahnhof sogar etwas Mehrverkehr nach Tunnel-Eröffnung. So weit, so ernüchternd.

Aber es geht noch weiter: In einem zweiten Schritt will die Stadt nun untersuchen lassen, in welchem Ausmaß der Achalmtunnel zusätzlichen überörtlichen Verkehr anzieht. Denn dieser Aspekt, man höre und staune, wurde bisher ignoriert, wie uns der städtische Gutachter ausdrücklich bestätigte. Im Klartext: An dieser Stelle wurde in den Bebauungsplan-Unterlagen (»Die Auswirkungen auf den überörtlichen Verkehr sind untersucht und offengelegt«) glatt gelogen.

Und dann gibt es wohl noch, drittens, seit 2006 eine Sicherheits-Auflage vom Bundesverkehrsministerium: Eine Abbiege-Ampel am Efeuknoten o. ä. muss sicherstellen, dass höchstens 20 000 Kfz pro Tag den Achalmtunnel durchfahren. Die Stadt prognostiziert aber heute schon deutlich mehr: 23 000 Kfz pro Tag. Wie passt das zusammen?

Dreht sich denn alles zum Schlechteren? Nein: Die L 380 vom Südbahnhof nach Eningen behält bis jetzt ihre Entlastungsprognose von 4 000 Kfz pro Tag, also ca. 30 Prozent. Und weil das Achalmtunnel-Südportal auch viele Eninger anlocken wird, wenn sie Richtung Metzingen fahren wollen, wird sich der Verkehr auf der Durchgangsstraße oberhalb der Dorfmitte noch einmal deutlich ausdünnen. Dort wird es spürbar ruhiger werden, wenn auch nur für einige hundert Anwohner. Aber die größte Entlastung wird eine Straße erfahren, die bislang gar nicht erwähnt wurde. Auf der Verbindungsstraße zwischen Eningen und Metzingen, auf der K 6714, wird sich der Verkehr um satte 9 000 Kfz pro Tag reduzieren, nur 3 000 Kfz pro Tag bleiben übrig. Nur dort bewirkt der Achalmtunnel also eine wirklich verkehrsberuhigende Wirkung. Leider leben an dieser Straße keine Menschen, die es freuen könnte.

Reinhard Beneken, Eningen, Pressesprecher PRO ACHALM

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